Für viele HR-Abteilungen und KMU sind die Bewertungen durch Mitarbeitende auf Portalen wie Kununu, Glassdoor etc. immer noch ein ziemlicher Schock. Viele Unternehmer und Chefs sind noch gar nicht sicher, wie sie mit dem Thema überhaupt umgehen sollten. Wir haben ein paar Punkte zusammengestellt, die dabei helfen können:  

1. Transparenz akzeptieren und nutzen
Bewertungen sind unter uns und werden nicht mehr verschwinden. Und mit den Bewertungen kommt natürlich die absolute Transparenz: Arbeitsbedingungen gehören heute zum öffentlichen Wissen, das Mitarbeitende teilen und Jobsuchende sehen wollen. Dass das Büro schlecht geheizt ist, dass es zu wenig Mitarbeiterparkplätze oder dass das Arbeitsklima besser sein könnte, war noch nie ein Betriebsgeheimnis und ist es heute mit den öffentlichen Bewertungsportalen natürlich noch viel weniger. Bei Glassdoor ist im Übrigen nicht einmal die Höhe der Löhne ein Geheimins. 

Wer auf Geheimhaltung pocht oder mit den von Mitarbeitenden geäusserten Problemen Verstecken spielt, macht keinen guten Eindruck. Sehen und nutzen Sie Bewertungen stattdessen als wertvolle Information, als Anregung für Verbesserungen und als Möglichkeit, Ihre Qualität als Arbeitgeber zu dokumentieren.  

2. Mit proaktivem Handeln schlechten Bewertungen zuvorkommen
Natürlich sind nicht immer alle Mitarbeitenden begeistert - dementsprechend gibt es auch kritische Bewertungen (laut Kununu sind jedoch rund zwei Drittel aller Bewertungen positiv). Grundsätzlich können Sie als Arbeitgeber gegen Bewertungen vorgehen, deren Inhalt nachweislich beleidigend oder falsch ist, die eine so genannte «Schmähkritik» darstellen - oder wenn es sich dabei um tatsächliche Betriebsgeheimnisse handelt. Alles andere fällt unter die Meinungsfreiheit. Vorwürfe illegalen Handelns, zum Beispiel Belästigung am Arbeitsplatz, müssen theoretisch vom Bewertenden auch bewiesen werden können. Die meisten Portale schalten strittige Bewertungen auf Verlangen des Unternehmens offline, bis der Bewertende die Richtigkeit der Vorwürfe bewiesen hat. 

Derart potentiell geschäftsschädigende Bewertungen sind jedoch sehr selten.
Statt sich über ganz normale Kritik zu ärgern und zu versuchen, diese zu unterdrücken, ist es viel sinnvoller, aktiv am eigenen «Employer Brand» zu arbeiten, für die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu sorgen und diese nach aussen zu dokumentieren.
Wenn Ihre Mitarbeiter zufrieden sind, bitten Sie sie doch um eine Bewertung. Je mehr aktuelle Bewertungen online sind, desto glaubhafter ist ihr Gesamteindruck und je mehr grundsätzlich positive Bewertungen online sind, desto weniger fällt eine einzelne Kritik ins Gewicht.

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3. Bewertungen als Chance für Gespräche und Verbesserungen sehen 
Wenn der Urheber einer Bewertung identifiziert werden kann, sollte das Gespräch mit dem betreffenden Mitarbeiter gesucht werden, um den Vorfall oder die Kritik zu besprechen. Meist lässt sich im Miteinander sachlich erörtern, was im Argen liegt, wie es verbessert werden kann und der Mitarbeitende kann die Kritik löschen lassen. Mitarbeiter wollen ihren Arbeitgebern meist nicht schaden, aber sie wollen gehört werden. Umso mehr, wenn sie sich mit ihrer Kritik im Betrieb selbst alleingelassen fühlen. 

Kann der Bewertende nicht identifiziert werden, sollten Sie direkt im Portal auf die Bewertung eingehen und sie öffentlich und sachlich kommentieren. Jobsuchende schätzen Unternehmen, die die Bereitschaft zeigen, auch online einen Dialog auf Augenhöhe zu führen. 

Und auch wenn der Urheber nicht identifiziert werden kann, sollten kritische Bemerkungen - besonders wenn sie gehäuft auftreten - immer Anlass zur Selbstreflektion als Arbeitgeber und zu Verbesserungen sein. Kein Arbeitgeber, der auf kompetente Fachkräfte angewiesen ist, kann es sich heute leisten, Bewertungen und damit die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit der Mitarbeitenden einfach zu ignorieren.

4. Mit Monitoring den Überblick behalten 
Wichtig ist, den Überblick über Ihre Bewertungen zu behalten. Stellen Sie sich vor, ein Mitarbeiter plaudert - vielleicht sogar unabsichtlich - ein tatsächliches Betriebsgeheimnis aus und Sie wissen nicht Bescheid! Die Portale nutzen zwar Algorithmen, um diskriminierende oder beleidigende Inhalte sowie Geschäftsgeheimnisse zu identifizieren und herauszufiltern. Sie sollten aber dennoch immer Bescheid wissen, was über Sie veröffentlicht wird. Richten Sie sich Arbeitsprozesse oder Tools ein, mit denen Sie die relevanten Portale regelmässig auf neue Einträge kontrollieren können. Nur so können Sie umgehend reagieren. 

6. Und vor allem: Mit authentischen Bewertungen auf der eigenen Webseite trumpfen!
Eines der grössten Probleme der öffentlichen Bewertungsportale ist eben, dass die Bewertungen anonym abgegeben werden können: «Ja, die Teilnahme an kununu ist absolut anonym und der Schutz Deiner Daten eines unserer obersten Prinzipien. Sämtliche Bewertungen scheinen nur unter Angabe eines Datums auf...» Damit Bewertungen aufgeschaltet werden, müssen sie lediglich per eMail bestätigt werden. So ist es schwierig, zu überprüfen, ob die Bewertungen überhaupt von Mitarbeitenden stammen und ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. 

Clevere Arbeitgeber machen sich deshalb nicht von den öffentlichen Portalen abhängig, sondern setzen zusätzlich auf das aktive Einholen von anonymen Bewertungen direkt bei den eigenen Mitarbeitenden. Diese echten und ehrlichen Bewertungen können als Empfehlungssiegel auf der eigenen Webseite angezeigt werden und führen den Nachweis über die Qualität als Arbeitgeber dort, wo sich auch Jobsuchende über die Firma informieren. 

Swiss QualiQuest bietet Ihnen die Möglichkeit, einfach echte Bewertungen bei Ihren Mitarbeitenden einzuholen und auf Ihrer Webseite einzusetzen - nehmen Sie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!mit uns auf!