Was wir alle aus der Hotellerie, Gastronomie und zunehmend auch aus dem Onlinehandel kennen, wird für Arbeitgeber ebenfalls immer wichtiger: Bewertungen.

Wenn Konsumenten sich in der Wahl eines Hotels oder Restaurants oder Elektrogeräts durch die Meinungen anderer Konsumenten beeinflussen lassen, macht es nur Sinn, dass auch Jobsuchende Entscheidungshilfen suchen, wenn es darum geht, den nächsten Arbeitgeber zu finden. Schliesslich ist auch die Wahl eines neuen Arbeitgebers eine Entscheidung, die langfristige Auswirkung auf die Lebensqualität hat. Wer will schon unnötig ein Risiko eingehen und die nächsten Monate oder Jahre jeden Morgen unglücklich zur Arbeit gehen?

 

Eine Studie der Bitkom aus dem Jahr 2015 zeigt, dass schon vor zwei Jahren

  • 3 von 10 Internet-Nutzern die Online-Bewertungen von Arbeitgebern lasen und
  • 75% von ihnen sich dadurch in ihrer Entscheidung beeinflussen liessen.
  • 53% der Befragten wurden dabei in ihrer Entscheidung für ein Unternehmen bestärkt. 47% entschieden sich aufgrund der Bewertungen gegen ein Unternehmen als Arbeitgeber. 

Dass diese Ergebnisse heute höher liegen werden, ist völlig klar.

Fotolia 89216449 XS

Ob man das Bewertungs-Phänomen nun gut findet oder nicht, Tatsache ist: Alles und jeder kann heute bewertet werden. Die Meinungen von Konsumenten, Lesern, Patienten oder Jobsuchenden sind sowieso vorhanden und anstatt sie nur im privaten Kreis weiterzugeben, werden sie heute eben zunehmend auch online veröffentlicht, sodass jeder sie finden und lesen kann. 

Bewertungen als Tool im Kampf um gute Fachkräfte
Im Zeitalter des Fachkräftemangels sind Bewertungen durch Mitarbeitende ein starker Faktor geworden. Gute Mitarbeiter können sich heute aussuchen, wo und für wen sie arbeiten möchten. Sie bewerben sich zwar noch um Jobs, gleichzeitig müssen Unternehmen sich heute aktiv um diese Fachkräfte werben und sich im Sinne des Employer Brandings als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. 

Die «hard facts» (Lohn, Gehalt, Arbeitsort, Arbeitszeiten, Stelleninhalt etc.) einer Stelle sind die eine Seite. Dazu kommen heute jedoch auch die «soft facts» (Betriebsklima, Förderung, Work-Life-Balance, etc.)  Und wer kann mehr über diese soft facts sagen als die eigenen Mitarbeiter?

Wer sich die eigenen Arbeitgeber-Bewertungen auf Kununu & Co. anschaut, sieht schnell, worum es geht. Fatal, wenn der Score dann mittelmässig oder schlecht ist. Einfach, weil man sich als Arbeitgeber nicht darum gekümmert hat und dementsprechend viel zu wenige Bewertungen hat, die ein insgesamt unzutreffendes Gesamtbild ergeben. Denn dieselbe Bitkom-Studie zeigt auch, dass nur knapp 17% der Befragten von sich aus schon einmal online den eigenen Arbeitgeber bewertet hat. Meist, wenn es Probleme gab. 

Dennoch ist das Thema Mitarbeiter-Meinung und deren Einfluss auf das Employer Branding bei vielen Unternehmen noch nicht wirklich angekommen. Entweder werden die Mitarbeiter gar nicht nach ihrer Meinung gefragt und potentielle Unzufriedenheit komplett ignoriert. Oder man nutzt aufwendige Umfragen auf Papier, die einmal gelesen in den Akten verschwinden und selbst wenn sie positiv ausfallen, keinen Einfluss auf das Unternehmensimage ausüben können. 

Dabei gibt es moderne Tools wie den Career Navigator, die die Befragung digitalisieren und sehr einfach machen. Sie bieten die Möglichkeit, Mitarbeiter ohne grossen Aufwand regelmässig zu befragen, die Ergebnisse für den internen Gebrauch auszuwerten und die Bewertungen gleichzeitig auf der eigenen Jobwebseite zu veröffentlichen. Damit wird jeder Mitarbeiter zum Unternehmensbotschafter und bietet dem Unternehmen das beste Employer Branding, das es überhaupt gibt: glaubhafte, authentische Bewertungen. Und diese sind im Kampf um die besten Fachkräfte zunehmend der entscheidende Faktor!