Was den Online-Auftritt betrifft, so haben selbst grössere Schweizer Arbeitgeber noch Nachholbedarf. das zeigt die Studie Arbeitgeberauftritt.ch. Sie untersuchte anhand von 250 Einzelkriterien in den Bereichen Zugänglichkeit, Interaktion, Informationsgehalt, Struktur, Design, etc. die Online-Auftritt und -Inserate der 100 grössten Deutschschweizer Arbeitgeber. Das Fazit: Es herrscht noch viel Luft nach oben. 

 

Selbst die 10 best bewerteten Unternehmen wie Migros, Swisscom, Baloise, Zurich Insurance Group, Accenture die Hirslanden Gruppe, ABB Schweiz, Siemens Schweiz und die SV Group, haben nur 68-74% der möglichen Punkte erreicht. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen erfüllen mit ihrem Onlineauftritt nicht einmal die Hälfte der Kriterien. 

Die Besten haben erstens das Problem des Fachkräftemangels und zweitens das Potential des Online-Recruitings erkannt - und reagieren mit mutiger, innovativer, qualitativ guter Personalwerbung. Die anderen fühlen sich entweder sicher oder haben einfach den Beginn des Online-Zeitalters verschlafen.

Die Besten betreiben aktive Online-Auftritte mit gut aufbereiteten, umfassenden Informationen. Sie kommunizieren auf Augenhöhe und können ihre Unternehmenskultur und Arbeitswelt authentisch und glaubhaft vermitteln, indem sie Tools wie Videos, Mitarbeiter-Testimonials und -Bewertungen, aktive Facebookauftritte oder auch Blogs einsetzen. Die anderen verlassen sich mehrheitlich auf Recruiting, wie es bisher war. 

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Woran fehlt es denn?

Unter anderem

An der Mobiltauglichkeit
Immer mehr Menschen sind heute mobil im Internet, während sie unterwegs sind, im Restaurant, auf dem Weg von oder zur Arbeit oder auch in der Badi. Sie erwarten, jederzeit und überall an die Informationen zu kommen, die ihnen wichtig sind. 
Aber: Laut der Studie sind 40% der untersuchten Karriere-Webseiten und 49% der Stellenanzeigen nicht mobiltauglich - können also nicht problemlos auf dem Smartphone genutzt werden. 

An der Einfachheit
Muss es wirklich noch die Papp- oder Plastikmappe sein, voll mit Papier und Zeugnissen, um einen ersten Eindruck von potentiellen Kandidaten zu formen?
Anscheinend, denn 75% der Firmen ermöglichen kein vereinfachtes Bewerben direkt vom Smartphone aus. 

An den Social Media 
Ja, viele Jobsuchende sind auf Xing oder Linkedin, aber wo sind sie wirklich täglich oder sogar mehrmals täglich? Wo kann man sie abholen und ihnen einen sympathischen, menschlichen Eindruck vom Unternehmen vermitteln? Sie ahnen es: auf Facebook. 
Aber: Rund 60% der Unternehmen nutzt diese Möglichkeit nicht, um sich darzustellen oder ins Gespräch mit Jobkandidaten zu kommen. 

Am Effort
Ja, es ist nicht so einfach, gute Videos zu drehen, die nicht als PR-Maschinen daherkommen, sondern interessante und coole Einblicke ins Unternehmen geben. Aber Videos wirken und steigern nachweislich das Bewertungsinteresse. 
Dennoch hat nur die Hälfte aller Unternehmen schon einmal diese Chance genutzt, Jobsuchenden das Unternehmen und seine Arbeitswelt zu präsentieren. 

Am Design
43% der Karriereauftritte zeigen eine kalte, unpersönliche Bildsprache - womöglich noch mit unecht wirkenden, gekauften Stockbildern - oder verzichten gar ganz auf Bilder ihrer Mitarbeitenden. BEi den Städten und Kantonen erhöht sich die Zahl auf 60%. 

Was machen die Besten richtig?

Uteilen Sie Selbst:

Migros

Swisscom

Baloise

UBS

Zurich Insurance

Accenture

Hirslanden

ABB Schweiz

SV Group

Siemens Schweiz

 

Dieser Artikel wurde inspiriert von einem Artikel der Zeitschrift HR Today und von der Webseite http://arbeitgeberauftritt.ch/